Namenskonventionen

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Nun einmal etwas leichteres, wenigstens vom Thema her. Die Umsetzung der nachfolgenden 'Programmier-Richtlinie' erfordert aber eine gewisse Disziplin beim Programmieren (und das ist wieder etwas schwieriger).

Unter WINDOWS-Programmierern hat sich für die Vergabe von Namen für Variablen und Konstanten die so genannte Ungarische Notation durchgesetzt. Ein Name besteht hierbei aus folgenden zwei Komponenten:

  • einem Präfix, der den Datentyp der Variable/Konstante beschreibt
  • dem eigentlichen Namen. Der Name sollte bei Variablen nur aus Buchstaben bestehen, wobei an Wortgrenzen der besseren Lesbarkeit wegen Großbuchstaben einzusetzen sind. Konstantennamen hingegen bestehen nur aus Großbuchstaben. Hier kann, ebenfalls der besseren Lesbarkeit wegen, auch ein Underscore an den Wortgrenzen eingesetzt werden.

Folgende Präfixe sind hierbei für die einzelnen Datentypen zu verwenden:

Datentyp

Präfix

Anmerkung

bool / unsigned char b vorzeichenloser 8-Bit Wert, bool Wert oder OEM-Zeichen
char c vorzeichenbehafteter 8-Bit Wert, ASCII-Zeichen
unsigned short w vorzeichenloser 16-Bit Wert
short / integer n vorzeichenbehafteter 16-Bit Wert oder Integer Wert
unsigned long dw vorzeichenloser 32-Bit Wert
long l vorzeichenbehafteter 32-Bit Wert
float f 32-Bit Gleitkommazahl
double d 48-Bit Gleitkommazahl
double float df 48-Bit Gleitkommazahl
class C Klasse oder Instanz einer Klasse
union u Variante (union) oder Instanz einer Variante
struct str Struktur oder Instanz einer Struktur
enum e Enumeration oder Instanz einer Enumeration
Zusatz-Präfixe, stehen immer in Kombination mit einem anderen Präfix und an erster Stelle
sz Zeichenkette, mit '0' abgeschlossen
p Zeiger (pointer)
a Feld (array)
m_ Member (einer Klasse)

Damit Sie sich unter der Ungarischen Notation auch etwas vorstellen können, nachfolgend ein paar Beispiele dazu:

Variablenbezeichnung

Bedeutung

pszString Zeiger auf eine mit '0' abgeschlossene Zeichenkette
nVar short- oder Integer Variable
acTemp[5] Feld mit vorzeichenlosen 8-Bit Zahlen oder ASCII-Zeichen
strPoint Strukturdeklaration oder -instanz
CMyWindow Klassendeklaration oder -instanz
pCMyWin->m_wHeight Zugriff über einen Klassenzeiger auf eine Membervariable vom Typ 'unsigned short'

Und zum Schluss dieser Lektion noch ein Hinweis zu den Datentypen. Streng genommen gilt für die Datentypen nur folgende Definition:

char = 1 Byte
char < short
short <= int
int <= long

Bei einem 32-Bit Compiler, wie dem VC++ 6.0, belegt ein char-Datum 1 Byte, ein short-Datum 2 Bytes und ein long-Datum 4 Bytes. Ebenfalls 4 Bytes belegt der int-Datentyp. Bei Compiler für 16-Bit Umgebungen, wie für WINDOWS 3.xx, ist ein int-Wert hingegen nur 2 Bytes lang. Diese unterschiedliche Länge des int-Datentyps war auch damals eines der Hauptprobleme beim Übergang von WINDOWS 3.xx auf WINDOWS95.

Da wir nun aber schon bei den Datentypen sind wollen wir uns in der nächsten Lektion auch einige WINDOWS-spezifische Datentypen ansehen.

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